Der Begriff „Ackerbegleitflora“ fasst eine Gruppe Pflanzen zusammen, welche als „Unkraut“ neben der Kulturpflanze auf Äckern wächst. Viele davon sind vor Jahrhunderten gleichzeitig mit dem Getreide aus dem Nahen Osten oder dem Mittelmeergebiet eingewandert. Diese Pflanzen sind an den traditionellen Rhythmus der Ackerbewirtschaftung angepasst, vor allem aber an jener des Wintergetreides. Sie können sich ohne regelmässige Bodenbearbeitung (z.B. Pflügen) gegenüber anderen Arten nicht durchsetzen. Durch die Intensivierung wie z.B. die Verwendung von Herbiziden in den gut zugänglichen Äckern und die Aufgabe der meisten traditionellen Anbauflächen haben Ackerbegleitflora-Arten ihren Lebensraum verloren und sind deshalb in der Schweiz selten geworden oder sogar ausgestorben. Zu ihnen gehören bekannte Arten wie der Saat-Mohn (Papaver dubium) aber auch sehr seltene Arten wie die Konrade (Agrostemma githago), das Feuerrote Blutströpfchen (Adonis flammea), die Spatzenzunge (Thymelaea passerina) oder lokale Spezialitäten wie die Grengjer Tulpe (Tulipa grengiolensis).
Die valeco GmbH erarbeitet im Auftrag der Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft des Kantons Wallis die Naturschutzverträge (Bewirtschaftungsverträge gemäss Verordnung betreffend Bewirtschaftungsbeiträge an die Landwirtschaft für Leistungen zugunsten von Natur und Landschaft) im Oberwallis. Im Januar 2018 konnten im Rahmen dieses Mandates 32 Verträge zum Schutz der Ackerbegleitflora mit einer Gesamtfläche von knapp 30 ha abgeschlossen werden. Die traditionelle Nutzung der Äcker ist auf diesen Flächen für weitere sechs Jahre gesichert. Davon profitieren neben der Ackerbegleitflora auch die Landwirte, welche vom Bund und dem Kanton Wallis entsprechende Ertragsausfall- und Mehraufwandentschädigungen erhalten.